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Feiner grüner Tee aus China: Feng Hua Mi Le

Einen fei­nen grü­nen Tee hat mir „mein“ Tee­la­den als Pro­be mit­ge­ge­ben: Feng Hua Mi Le heißt der. Und er ist ein wun­der­ba­rer Genuss für so ziem­lich alle Sin­ne. Das beginnt schon beim Zube­rei­ten. Bereits die tro­cke­nen Tee­blät­ter, leicht gerollt und eher klein, duf­ten inten­siv und viel­ver­spre­chend nach Heu und Blü­ten­wie­se, ohne dabei gra­sig zu wir­ken.

Der Tee in der Tas­se duf­tet dann deut­lich wür­zi­ger, mit einer leicht erdi­gen Note und mini­mal nus­sig. Die hell­grü­ne Tas­se mit spar­sa­men bräun­li­chen Refle­xen bezau­bert dann durch einen inten­si­ven, wohl­ge­run­de­ten und geschmei­dig-wei­chen Geschmack, der mit sei­ner sehr dezen­ten Süße und der aus­ge­wo­ge­nen Wür­ze den Gau­men lan­ge schmei­chelt – zau­ber­haft!

Tee: Feng Hua Mi Le
Zube­rei­tung: ca. 5 Gramm (für die klei­ne Kan­ne), knapp 70 °C hei­ßes Was­ser, 2 Minu­ten Zieh­zeit

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Tee-Erlebnis

Eigent­lich woll­te ich heu­te nach­mit­tag nur rasch ein paar feh­len­de Tees in mei­nem per­sön­li­chen Lager wie­der ergän­zen (unter ande­rem fehl­te mir Lap­sang Suchong). Doch dann durf­te ich ganz unver­hofft in dem sehr emp­feh­lens­wer­ten Tee­la­den in mei­ner Nach­bar­schaft, dem Gu-Tee-Haus, noch an einer Tee­ze­re­mo­nie teil­neh­men. Und dabei den bes­ten Tee kos­ten, den ich bis­her je getrun­ken habe. Die Inha­be­rin berei­te­te den Oolong, eine beson­de­re Qua­li­tät eines Stein­tees aus pri­va­tem Import, für mich und einen ande­ren Besu­cher in einer „Gong­fu Cha“-Zeremonie zu. Das allein war schon sehr span­nend und lehr­reich, habe ich die­sen zere­mo­ni­el­len Auf­wand einer Oolong-Zere­mo­nie doch noch nie selbst erlebt. Ein Ereig­nis war aber vor allem der Tee selbst. Das war mit Abstand der bes­te Tee, den ich über­haupt getrun­ken habe: Von gro­ßer Inten­si­tät und Sanft­heit, der Geschmack bleibt noch lan­ge, lan­ge nach dem Trin­ken auf der Zun­ge und im Mund. Selbst das hei­ße Was­ser, das zwi­schen den Auf­güs­sen zum Neu­tra­li­sie­ren gereicht wur­de, hat­te dadurch noch deut­li­chen Tee­ge­schmack. Und ein leb­haf­tes Gespräch über die Unter­schie­de zwi­schen chi­ne­si­scher und euro­päi­scher Phi­lo­so­phie, die Fas­zi­na­ti­on grie­chi­scher Mythen und die Mög­lich­kei­ten deut­scher und chi­ne­si­scher Lyrik und ihre Rezep­ti­on taten ein übri­ges. Fein, wenn sol­che Din­ge ein­fach so pas­sie­ren …

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Yin-Zhen Jasmin: Grandioser Weißer Tee aus China

Blätter des Yin Zhen Jasmin

Blät­ter des Yin Zhen Jas­min

Traum­haft. Anders lässt sich die­ser Tee kaum beschrei­ben. Der chi­ne­si­sche Yin Zhen ist ein­fach herr­lich, wun­der­bar — eine Tee-Offen­ba­rung. Jas­min­tees sind ja — wenn sie gut gemacht sind — immer eine tol­le Sache, auch wenn ich sie irgend­wie nur nach­mit­tags im Win­ter­halb­jahr rich­tig genie­ßen kann: Kaum ein ande­rer Tee hat für mich so eine fes­te, spe­zi­el­le Tages- und Jah­res­zeit wie die Jas­min­tees. Wenn es dann noch ein wei­ßer Tee ist, der mit Jas­min beduf­tet wur­de, ist das ein­fach gran­di­os. So wie beim Yin Zhen Supe­ri­or Chi­na Fuding, den ich von Kolod­ziej & Lie­der bezo­gen habe. Das ist ein nicht ganz bil­li­ges Ver­gnü­gen, aber der Tee ist jeden Euro wert.

Für den Yin Zhen wer­den rei­ne wei­ße, noch unge­öff­ne­te Blatt­spit­zen der Tee­pflan­ze Da Bai Hao der Regi­on Fuding nach der Ern­te mehr­mals mit Jas­min­blü­ten gemischt, so dass der Duft der Jas­min­blü­ten von dem Tee auf­ge­nom­men wird. Am Schluss wer­den alle Jas­min­blü­ten wie­der ent­fernt. Und übrig bleibt ein traum­haft zar­ter Tee mit wun­der­ba­rem Jas­min­duft und sanf­tem Jas­min­ge­schmack. Die wun­der­ba­re Ent­fal­tung des Geschmacks hängt natür­lich auch nicht ganz unwe­sent­lich mit dem „Grund­tee“ zusam­men — das ist eine ganz fei­ne Ern­te, die sicher­lich auch ohne Jas­min­duft schme­cken wür­de.

Die Gran­des­se des Tees sieht man schon am tro­cke­nen Tee, den gro­ßen Sil­ber­spit­zen, also unge­öff­ne­ten Blatt­knos­pen, die in vol­ler Grö­ße erhal­ten sind und sich im Was­ser dann weit ent­fal­ten. Schon die tro­cke­nen Blät­ter duf­ten aus­ge­spro­chen ver­hei­ßungs­voll, sanft und zart, ele­gant und edel.

Tasse des Yin Zhen Jasmin

Tas­se des Yin Zhen Jas­min

Fürs ers­te Mal habe ich eine gro­ße Kan­ne zube­rei­tet, beim nächs­ten Mal wird er wie ein Oolong im klei­nen Känn­chen mit Mehr­fach­auf­guss pro­biert. In der Tas­se ist er dann eher unschein­bar, von blas­sem Gelb und zurück­hal­ten­dem, leich­ten Jas­min­duft. Aber auf den Geschmacks­knos­pen explo­diert er förm­lich, im typisch ele­gan­ten Under­state­ment, aber mit Prä­zi­si­on und anhal­ten­der Über­zeu­gungs­kraft: Weder ist die Jas­min­no­te zu auf­fäl­lig (das hat man oft bei bil­li­gen Tees, die die schlech­te Grund­la­ge mit über­mä­ßi­gem Par­füm zu ver­tu­schen suchen), noch ver­schwin­det sie im „nor­ma­len“ Tee: Das ist ein Meis­ter­werk der Balan­ce der Sinn­lich­keit.

Tee: Jas­mi­ne Yin Zhen Supe­ri­or Chi­na Fuding, wei­ßer Tee mit Jas­min­duft, Ern­te Früh­jahr 2012, von Kolod­ziej & Lie­der
Zube­rei­tung: 16 Gramm Tee für 1,5 Liter Was­ser bei knapp 80 °C, 2:40 Zieh­zeit.

Etikett des Yin Zhen Jasmin

Eti­kett des Yin Zhen Jas­min

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Überlegener Tee: Tian Mu Qing Ding

Immer noch und immer wie­der ein wun­der­ba­rer Tee, die­ser Tian Mu Qing Ding supe­ri­or — ein herr­li­cher chi­ne­si­scher grü­ner Tee aus dem Bio-Anbau, den ich von mei­nem Lieb­lings­händ­ler Kolod­ziej & Lie­der bezie­he.

Teeblätter des Tian Mu Qing Ding (Bild von Kolodziej & Lieder)

Tee­blät­ter des Tian Mu Qing Ding (Bild von Kolod­ziej & Lie­der)

Sei­ne lan­gen, drah­ti­gen, hel­len und gleich­mä­ßi­gen Spit­zen ver­ra­ten die Sorg­falt der Ern­te und Zube­rei­tung auf dem chi­ne­si­schen „Zhous­han Insel Archi­pel“. Sie chan­gie­ren ver­lo­ckend zwi­schem hel­len Grün und Gelb. Und sie duf­ten sehr inten­siv und fruch­tig schon vor dem Auf­guss: Der Genuss beginnt bereits beim Zube­rei­ten.

Da kommt bei mir — mit 15 Gramm Tee für 1,5 Liter Was­ser bei 85 °C und einer Zieh­zeit von 2 Minu­ten eine hell-gel­be, leicht bräun­li­che, sehr far­bi­ge Tas­se bei her­aus, die die inten­si­ve Ver­hei­ßung der tro­cke­nen Blät­ter mit ihrem kraft­vol­len Duft voll­ends erfüllt.

Der Tee schmeckt dann nach die­ser Betö­rung fast zurück­hal­tend: Die fruch­ti­ge Note ist sehr zart und mild aus­ge­bil­det, der Geschmack ins­ge­samt eher zurück­hal­tend und aus­ge­wo­gen, sanft und sicher — einen Tee, den man wun­der­bar unbe­schwert trin­ken und genie­ßen kann

Tee: Tian Mu Qing Ding supe­ri­or (Chi­na), Ern­te 2012, von Kolod­ziej & Lie­der
Zube­rei­tung: ca. 15 Gramm für ca. 1,5 Liter 85 °C hei­ßes Was­ser, Zieh­zeit etwa 2 Minu­ten